Wudu ist die islamische Gebetswaschung, durch die sich ein Muslim für bestimmte Gottesdienste reinigt.
Ohne gültigen Wudu darf man das Pflichtgebet nicht beten. Allah hat im Koran befohlen, vor dem Gebet das Gesicht und die Arme bis zu den Ellbogen zu waschen, über den Kopf zu streichen und die Füße bis zu den Knöcheln zu waschen. Diese vier Handlungen bilden den wichtigsten Kern des Wudu und werden von allen vier Rechtsschulen (den vier großen Richtungen im islamischen Recht) anerkannt.
Wudu soll mit Ruhe, Sorgfalt und dem Wunsch verrichtet werden, Allah zu gehorchen. Dabei soll kein Körperteil ausgelassen werden, das gewaschen werden muss. Das Wasser muss die Haut erreichen. Deshalb müssen Dinge entfernt werden, die verhindern, dass Wasser die Haut erreicht.
Der Prophet Muhammad hat gezeigt, dass man Wudu sorgfältig und gründlich machen soll, ohne Wasser zu verschwenden. Dazu gehört auch, die Körperteile ordentlich und ohne Hast zu waschen. Wudu wird ungültig, wenn etwas aus dem vorderen oder hinteren Körperausgang austritt, zum Beispiel Urin, Stuhl oder Wind.
Wudu wird auch ungültig, wenn jemand seinen klaren Verstand verliert, zum Beispiel durch Ohnmacht oder starken Rausch. Wer unsicher ist, ob sein Wudu noch gültig ist, soll nicht nur wegen Zweifeln handeln, sondern sich an das halten, was sicher ist.
Wudu erinnert den Muslim daran, dass das Gebet nicht achtlos begonnen wird, sondern mit Reinheit, Vorbereitung und Respekt vor Allah. Ein Muslim sollte Wudu lernen und richtig üben, damit sein Gebet auf einer sicheren Grundlage steht. Wudu ist eine einfache, aber sehr wichtige Handlung, durch die sich ein Muslim äußerlich reinigt und sich innerlich auf den Gottesdienst vorbereitet.
O ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr euch zum Gebet begebt, so wascht euer Gesicht und eure Hände bis zu den Ellenbogen und streicht über euren Kopf und wascht eure Füße bis zu den Knöcheln….
Koran Sure 5, Vers 6
