Ein Muslim darf Unrecht nicht unterstützen, denn Allah hat die Hilfe bei Sünde und Feindschaft verboten. Wer einem Täter mit Worten, Taten, Geld, Einfluss oder Schutz hilft, trägt Mitverantwortung für dieses Unrecht. Ein Muslim darf Unrecht auch dann nicht gutheißen, wenn er selbst nicht direkt daran beteiligt ist. Es ist verboten, eine schlechte Tat schönzureden, sodass sie harmlos oder erlaubt wirkt.
Wahrheit und Gerechtigkeit sind im Islam wichtiger als Familie, Freundschaft, Herkunft, Gruppe und persönlicher Vorteil. Ein Muslim darf nicht auf der Seite des Unterdrückers stehen, nur weil er ihm nahesteht oder ihm nützt. Wer von einem Unrecht weiß, darf es nicht bewusst decken, wenn dadurch die geschädigte Person weiter verletzt wird. Auch Schweigen kann falsch sein, wenn man ohne größeren Schaden klar sagen kann, dass etwas Unrecht ist.
Ein Muslim soll nicht über das Leid unschuldiger Menschen lachen, sich darüber freuen oder es kleinreden. Es ist nicht erlaubt, andere zum Unrecht anzustiften, sie dazu zu ermutigen oder es ihnen leichter zu machen. Wer einen Fehler gemacht hat, soll nicht verteidigt werden, indem man lügt oder die Schuld auf Unschuldige schiebt. Wahre Hilfe bedeutet nicht, jemanden in seinem Unrecht zu bestärken, sondern ihn vom Unrecht abzuhalten.
Darum soll sich ein Muslim von Gruppen, Gesprächen und Handlungen fernhalten, in denen Unrecht bewusst gefeiert oder gerechtfertigt wird. Wer Unrecht unterstützt hat, soll bereuen, damit aufhören und den entstandenen Schaden so weit wie möglich wiedergutmachen. Allah sieht nicht nur die Tat selbst, sondern auch die Zustimmung, die Hilfe und die Absicht hinter einer Tat.
Und neigt euch nicht zu den Ungerechten, damit euch das Feuer nicht erfasse. Und ihr werdet keine Beschützer außer Allah haben, noch wird euch geholfen werden.
Koran Sure 11, Vers 113
