Allah verbietet jede Form von Ungerechtigkeit und Unterdrückung, denn jeder Mensch hat Rechte, die geachtet werden müssen. Deshalb darf ein Muslim niemandem Unrecht tun: weder einem Muslim noch einem Nichtmuslim. Unterdrückung bedeutet, dass jemand seine Stärke, Macht, Stellung oder seinen Einfluss benutzt, um anderen ihre Rechte zu nehmen. Ungerechtigkeit kann durch Worte, Taten, Entscheidungen, den Umgang mit Besitz, Versprechen oder Verantwortung entstehen. Allah liebt Gerechtigkeit und hasst es, wenn Menschen andere schwach machen, ausnutzen oder schlecht behandeln. Außerdem ist vor Allah kein Mensch besser, nur weil er stärker, reicher, älter, bekannter oder mächtiger ist.
Wer anderen Unrecht tut, lädt eine schwere Schuld auf sich, auch wenn die Menschen ihn dafür nicht bestrafen. Am Tag des Gerichts wird Allah jedes Unrecht aufdecken und den Unterdrückten ihr Recht geben. Der Prophet Muhammad warnte davor, jemanden zu unterdrücken, weil Unterdrückung am Tag des Gerichts zu Finsternissen, also zu großer Dunkelheit, wird. Darum soll ein Muslim besonders vorsichtig sein, wenn er Verantwortung für andere trägt, zum Beispiel in der Familie, bei der Arbeit, in der Schule oder in einer Gemeinschaft. Wer jemandem Unrecht getan hat, soll ehrlich bereuen, den Schaden so gut wie möglich wiedergutmachen und die betroffene Person um Verzeihung bitten. Dabei darf ein Muslim nicht denken, kleines Unrecht sei unwichtig, denn auch kleine Rechte anderer Menschen sind vor Allah wichtig.
Wer unterdrückt wird, soll wissen, dass Allah sein Leid sieht und dass bei Allah kein Unrecht verloren geht. Der Islam lehrt, dass Stärke nicht bedeutet, andere zu unterdrücken, sondern sich selbst zu beherrschen und gerecht zu handeln. Deshalb soll ein Muslim in seinem Alltag darauf achten, niemanden zu verletzen oder auszunutzen und jedem sein Recht zu geben.
Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.
Koran Sure 16, Vers 90
