Tayammum ist eine erlaubte Ersatzwaschung, wenn ein Muslim für die Gebetswaschung oder Ganzkörperwaschung kein Wasser benutzen kann. Sie darf aber nur dann gemacht werden, wenn es dafür einen gültigen islamischen Grund gibt. Ein gültiger Grund liegt vor, wenn kein Wasser vorhanden ist oder wenn man kein Wasser erreichen kann. Ein gültiger Grund besteht auch dann, wenn die Benutzung von Wasser dem Körper schadet oder eine Krankheit verschlimmert. Deshalb soll man vor dem Tayammum nach Wasser suchen, soweit das möglich und zumutbar ist.
Tayammum wird mit reinem Erdmaterial gemacht, zum Beispiel mit reiner Erde oder reinem Staub. Tayammum darf nicht mit unreinem Material durchgeführt werden. Für Tayammum braucht man außerdem die Absicht im Herzen, sich für den Gottesdienst zu reinigen. Die Grundhandlung beim Tayammum besteht darin, mit den Händen reines Erdmaterial zu berühren und anschließend damit über das Gesicht und die Hände zu streichen.
Tayammum ersetzt die Gebetswaschung oder die Ganzkörperwaschung nur so lange, wie der gültige Grund besteht. Sobald man wieder Wasser benutzen kann, endet die Erlaubnis zum Tayammum. Tayammum wird durch alles ungültig, was auch die Gebetswaschung ungültig macht. Tayammum zeigt damit, dass Allah den Gottesdienst nicht erschweren will, wenn ein Mensch wirklich keine Möglichkeit zur normalen Reinigung hat. Trotzdem soll ein Muslim Tayammum ernst nehmen und es nicht aus Bequemlichkeit statt der normalen Reinigung benutzen. Wer unsicher ist, ob Tayammum in seiner Lage erlaubt ist, soll eine vertrauenswürdige Person fragen, die sich damit auskennt.
…Und wenn ihr krank seid oder euch auf einer Reise befindet oder einer von euch von der Notdurft zurückkommt, oder wenn ihr die Frauen berührt habt und kein Wasser findet, dann sucht guten (reinen) Sand und reibt euch dann Gesicht und Hände ab….
Koran Sure 4, Vers 43
