Farḍ-Gebete sind Pflichtgebete, die jeder Muslim verrichten muss, sobald er dazu verpflichtet ist. Zu ihnen gehören vor allem die fünf täglichen Gebete. Wer ein Farḍ-Gebet absichtlich und ohne gültigen Grund unterlässt, begeht eine schwere Sünde. Freiwillige Gebete können ein Farḍ-Gebet nie ersetzen, denn die Pflicht bleibt immer bestehen. Wurde ein Farḍ-Gebet versäumt, muss es nachgeholt werden.
Sunnah-Gebete sind freiwillige Gebete, die der Prophet Muhammad regelmäßig oder gelegentlich verrichtet hat. Durch sie zeigt ein Muslim seine Liebe zum Vorbild des Propheten Muhammad, und sie bringen ihm großen Lohn. Nafl-Gebete sind ebenfalls freiwillige Gebete, die man zusätzlich verrichten kann, um Allah näherzukommen. Wer freiwillige Gebete verrichtet, erhält dafür Lohn von Allah. Wer freiwillige Gebete auslässt, begeht keine Sünde, verliert aber ihren besonderen Lohn.
Farḍ-Gebete haben immer Vorrang vor Sunnah- und Nafl-Gebeten. Deshalb sollte ein Muslim zuerst auf seine Pflichtgebete achten und erst danach freiwillige Gebete hinzufügen. Freiwillige Gebete helfen dabei, das Herz weicher zu machen und die Verbindung zu Allah zu stärken. Wenn Allah es will, können sie Fehler und Schwächen in den Pflichtgebeten ausgleichen. Ein Muslim sollte freiwillige Gebete regelmäßig verrichten, sich dabei aber nicht überfordern.
Haltet die Gebete ein, so wie das mittlere Gebet. Und steht in demütiger Ergebenheit vor Allah.
Koran Sure 2, Vers 238
