Im Islam ist es eine Pflicht, die Beziehung zu den Verwandten zu pflegen, und der Abbruch der Verwandtschaftsbande ist eine schwere Sünde. Verwandte haben ein Recht darauf, dass man sie respektiert, sich nach ihnen erkundigt und sie nicht vergisst. Dabei haben die nächsten Verwandten mehr Anspruch auf unsere Aufmerksamkeit als entfernte Verwandte. Die Pflege der Verwandtschaftsbande zeigt sich durch Besuche, Anrufe, Nachrichten, Hilfe, Geschenke und gute Worte.
Ein Muslim hält den Kontakt zu seinen Verwandten nicht nur dann, wenn sie auch gut zu ihm sind. Wer von seinen Verwandten verletzt wurde, soll trotzdem versuchen, den Kontakt auf eine erlaubte und gute Weise aufrechtzuerhalten. Streit, Stolz und alte Fehler dürfen kein Grund sein, die Verwandtschaft dauerhaft abzubrechen. Wer seine Verwandten nicht oft besuchen kann, soll wenigstens mit einfachen Mitteln Kontakt halten. Bedürftige, kranke, alte oder einsame Verwandte sollen besonders beachtet werden.
Die Pflege der Verwandtschaft bedeutet nicht, dass man bei Sünden, Unrecht oder schlechtem Verhalten mitmachen darf. Man darf Abstand halten, wenn ein Verwandter einem ernsthaft schadet, aber man soll dabei nicht ungerecht, hasserfüllt oder beleidigend sein. Gute Worte, Geduld und Nachsicht helfen oft dabei, zerbrochene Familienbeziehungen zu verbessern. Wer die Verwandtschaftsbande pflegt, folgt dem Befehl Allahs und dem Vorbild des Propheten Muhammad. Ein Muslim soll seine Familie nicht nur bei Festen oder Problemen beachten, sondern regelmäßig und bewusst mit ihr in Verbindung bleiben.
(Wollt) ihr denn, indem ihr euch (vom Glauben) abwendet, Verderben im Land anrichten und die Bande eurer Blutsverwandtschaft zerreißen?
Koran Sure 47, Vers 22
