Lügen bedeutet, bewusst etwas Falsches zu sagen oder die Wahrheit absichtlich so zu verdrehen, dass andere getäuscht werden. Im Islam ist Lügen verboten, weil Allah die Wahrheit liebt und Lügen Menschen und der Gemeinschaft schadet. Deshalb soll ein Muslim sich daran gewöhnen, die Wahrheit zu sagen, auch wenn es ihm schwerfällt.
Lügen ist keine Kleinigkeit, denn eine Lüge kann Vertrauen zerstören und zu vielen weiteren Sünden führen. Wer lügt, verletzt die Rechte anderer Menschen, weil er sie dadurch auf eine falsche Grundlage stellt. Besonders schlimm ist es, über Allah, den Koran, die Religion oder den Propheten Muhammad etwas Falsches zu sagen.
Es ist nicht erlaubt zu lügen, um sich einen Vorteil zu verschaffen oder einer Verantwortung zu entkommen. Ein Muslim darf auch zum Spaß nicht lügen, wenn andere dadurch etwas Falsches glauben. Deshalb soll ein Muslim auf seine Worte achten und lieber schweigen, wenn er sonst lügen würde.
Wer gelogen hat, soll bereuen, Allah um Vergebung bitten und den Schaden so gut wie möglich wiedergutmachen. Zur Reue gehört, die Lüge aufzugeben und sich fest vorzunehmen, nicht wieder absichtlich zu lügen. Denn wer die Wahrheit sagt, gewinnt mit der Zeit Vertrauen, Ruhe im Herzen und einen guten Charakter.
Auch Eltern und Erzieher sollen Kindern nicht beibringen, zu lügen, auch nicht durch falsche Versprechen oder Drohungen. Lügen ist nur in sehr seltenen Ausnahmefällen erlaubt, die die islamische Lehre nennt, zum Beispiel, um Frieden zwischen Menschen zu stiften. Doch diese Ausnahmen dürfen nicht als Ausrede benutzt werden, denn die Grundregel im Islam bleibt, ehrlich zu sein.
…Meidet darum den Gräuel der Götzen und meidet das Wort der Lüge.
Koran Sure 22, Vers 30
