Laizismus bedeutet, dass Religion aus Staat, Gesetzgebung und öffentlichem Leben herausgehalten und zur Privatsache gemacht werden soll. Aus islamischer Sicht ist das falsch, weil der Islam nicht nur den privaten Glauben regelt, sondern auch Regeln für das Zusammenleben der Menschen gibt. Im Islam hat Allah das Recht zu bestimmen, was erlaubt und was verboten ist. Dieses Recht darf nicht vom öffentlichen Leben getrennt werden. Laizismus fordert, dass göttliche Vorgaben im öffentlichen Bereich zurückgedrängt werden, auch wenn Menschen sie für wahr und richtig halten.
Der Islam lehnt die Vorstellung ab, dass Religion nur im Herzen, zu Hause oder in der Moschee bleiben soll. Wenn Religion nur noch zur Privatsache gemacht wird, verlieren göttliche Maßstäbe in Recht, Erziehung und Gesellschaft ihre verbindliche Rolle. Dann wird richtig und falsch nicht mehr nach dem beurteilt, was Allah offenbart hat, sondern nach politischen Interessen, Mehrheiten oder dem, was gerade als modern gilt. Laizismus öffnet so die Tür dafür, dass Dinge öffentlich geschützt oder normalisiert werden, die Allah verboten hat.
Außerdem teilt er den Menschen künstlich in einen privaten Gläubigen und einen öffentlichen Menschen auf, obwohl der Islam den Menschen als Ganzes anspricht. Der Islam sieht die Lösung nicht darin, Religion aus dem öffentlichen Leben zu entfernen, sondern darin, das öffentliche Leben nach Gerechtigkeit und göttlicher Führung auszurichten. Laizismus behauptet oft, neutral zu sein, behandelt religiöse Wahrheit aber so, als dürfe sie das Leben der Menschen nicht ordnen. Aus islamischer Sicht führt Laizismus deshalb nicht zu echter Ordnung, sondern dazu, dass sich der Mensch von Allahs Leitung löst und eigene Maßstäbe an ihre Stelle setzt.
Wünschen sie etwa die Richtlinien der Gahiliya? Und wer ist ein besserer Richter als Allah für ein Volk, das fest im Glauben ist?
Koran Sure 5, Vers 50
