Die Koranrezitation ist eine Form der Anbetung, mit der ein Muslim Allah näherkommen möchte. Darum soll der Koran aufrichtig rezitiert werden, damit die Rezitation allein Allah gilt und nicht dazu dient, Lob von Menschen zu bekommen. Koranrezitation bedeutet, dass man die arabischen Worte des Korans liest oder auswendig vorträgt. Eine Übersetzung hilft beim Verstehen, aber sie selbst ist keine Koranrezitation im eigentlichen Sinn.
Ein Muslim soll den Koran ruhig, klar und mit Respekt rezitieren. Der Koran soll möglichst richtig ausgesprochen werden, besonders bei Buchstaben und Wörtern, deren falsche Aussprache den Sinn verändern kann. Wer den Koran noch nicht gut rezitieren kann, soll weiter lernen und sich Mühe geben. Dabei ist es besser, wenig mit Verständnis und Aufmerksamkeit zu rezitieren als viel ohne Nachdenken und ohne Respekt.
Beim Rezitieren soll man auf die Bedeutung achten, damit der Koran das Herz, das Verhalten und den Glauben verbessert. Zum guten Benehmen gehört es, vor der Rezitation Allah um Schutz vor dem verfluchten Satan zu bitten. Außerdem gehört dazu, an einem sauberen Ort und in einem würdigen Zustand zu rezitieren. Es ist erlaubt, den Koran leise oder hörbar zu rezitieren, solange niemand dadurch gestört wird. Eine schöne Stimme ist bei der Rezitation gut, solange die Worte des Korans dabei nicht verändert oder respektlos behandelt werden.
Regelmäßige Koranrezitation stärkt die Verbindung zu Allah und erinnert den Muslim an die Rechtleitung. Darum soll der Muslim den Koran nicht nur rezitieren, sondern sich auch bemühen, nach seiner Rechtleitung zu leben.
…und trage den Qur’an mit Tartil vor.
Koran Sure 73, Vers 4
