Kolonialismus bedeutet, dass ein mächtiges Land ein anderes Land beherrscht, die Menschen dort kontrolliert und den Reichtum dieses Landes für sich nimmt. Der Islam lehnt Kolonialismus ab, weil Allah Unterdrückung verboten hat und Gerechtigkeit gegenüber allen Menschen befiehlt. Deshalb darf kein Volk ein anderes Volk besitzen, erniedrigen oder wie Menschen zweiter Klasse behandeln. Land, Besitz und Rohstoffe dürfen anderen Menschen nicht durch Gewalt, Betrug oder Zwang weggenommen werden. Darum erlaubt der Islam nicht, Menschen ihre Religion, Sprache, Kultur oder Würde mit Gewalt zu nehmen. Menschen dürfen nicht gezwungen werden, den Glauben der Herrschenden anzunehmen, denn im Islam gibt es keinen Zwang im Glauben. Macht ist im Islam eine Verantwortung vor Allah und darf nicht benutzt werden, um schwächere Menschen auszunutzen. Der Islam misst den Wert eines Menschen nicht an seiner Herkunft, Hautfarbe, Sprache oder seinem Land, sondern an seiner Ehrfurcht vor Allah und an seinem guten Handeln.
Kolonialismus führt oft zu Armut, Spaltung, Hass und lang anhaltender Schwäche in den betroffenen Gesellschaften. Deshalb ruft der Islam dazu auf, Unterdrückten beizustehen und Unrecht nicht zu unterstützen. Muslime sollen gerecht bleiben, auch wenn sie selbst stärker sind oder über andere herrschen könnten. Verträge, Sicherheitszusagen und Versprechen müssen im Islam eingehalten werden und dürfen nicht gebrochen werden, nur um Macht oder Reichtum zu gewinnen. Dabei unterscheidet der Islam klar zwischen friedlichem Austausch mit anderen Völkern und kolonialer Herrschaft über andere Menschen. Die islamische Antwort auf Kolonialismus besteht in Gerechtigkeit, Schutz der Würde, Schutz des Besitzes und Befreiung von Unterdrückung. Ein Muslim soll Kolonialismus nicht schönreden, sondern klar erkennen, dass Unterdrückung, Ausbeutung und Zwang vor Allah schwere Sünden sind.
Und vermindert den Menschen nicht ihr Gut und handelt nicht verderbend im Lande, indem ihr Unheil anrichtet.
Koran Sure 26, Vers 183
