Der Kemalismus ist eine politische Richtung, die den Staat nach den Ideen von Mustafa Kemal Atatürk gestalten will und Religion deutlich aus Staat, Recht, Bildung und öffentlichem Leben zurückdrängt. Aus islamischer Sicht ist das falsch, denn kein Mensch und kein Staat darf die Führung Allahs durch menschliche Ideen ersetzen. Der Islam lehrt, dass Allah der Schöpfer ist und deshalb am besten weiß, was für den Menschen, die Familie und die Gesellschaft gut ist. Deshalb sieht der Islam die Religion nicht nur als private Sache, sondern will das ganze Leben nach Allahs Recht und dem, was Allah gefällt, ausrichten. Darum erlaubt der Islam nicht, dass islamische Gebote aus dem öffentlichen Leben entfernt werden, nur weil eine politische Ideologie sie als rückständig ansieht.
Der Kemalismus kann Muslime dazu bringen, ihre islamische Identität zu schwächen und sich stärker über Staat, Volk oder Anführer zu definieren als über ihren Glauben. Der Islam ehrt die Gemeinschaft der Muslime, während der Kemalismus die Bindung an eine bestimmte Nation stark in den Vordergrund stellt. Das hat Folgen: Wenn Religion aus Bildung und Erziehung verdrängt wird, lernen junge Menschen oft weniger über Allah, Verantwortung, Schamhaftigkeit, Gehorsam und den Sinn des Lebens. Wenn das islamische Recht durch rein menschliche Gesetze ersetzt wird, verliert die Gesellschaft einen festen Maßstab für Halal und Haram (also für das, was erlaubt und verboten ist).
Der Kemalismus hat in muslimischen Gesellschaften dazu geführt, dass islamische Kleidung, islamische Bildung und islamische Lebensweisen unter Druck geraten konnten. Der Islam verbietet es, Muslime wegen ihrer religiösen Praxis zu erniedrigen, zu benachteiligen oder aus dem öffentlichen Leben zu drängen. Ein Muslim soll für Ordnung und Sicherheit dankbar sein, aber er darf keine Ordnung gutheißen, die Allahs Gebote bekämpft oder kleinmacht.
Der Islam zeigt einen besseren Weg: Glaube, Recht, Bildung, Familie und Gesellschaft sollen gemeinsam auf Gehorsam gegenüber Allah, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit aufgebaut werden. Ein Muslim soll den Kemalismus nicht als neutrale Idee sehen, sondern prüfen, ob seine Grundsätze mit dem Koran und der Sunna (also dem Vorbild des Propheten) übereinstimmen. Wer Allah liebt, stellt keine politische Ideologie über den Islam und sucht Würde nicht darin, andere nachzuahmen, sondern im Gehorsam gegenüber Allah.
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