Hilfsbereitschaft und Solidarität gehören im Islam zu den guten Taten, mit denen ein Muslim Allahs Wohlgefallen sucht. Ein Muslim soll anderen helfen, wenn sie Unterstützung brauchen und er selbst dazu in der Lage ist. Wer einem Menschen eine schwierige Lage erleichtert, darf auf Allahs Hilfe und Barmherzigkeit hoffen. Deshalb soll ein Muslim nicht nur an sich selbst denken, sondern auch die Not und die Sorgen anderer sehen.
Solidarität bedeutet, dass Muslime einander nicht im Stich lassen. Das gilt besonders in Zeiten von Krankheit, Armut, Angst oder Schwäche. Hilfe kann mit Geld, Zeit, Kraft, Wissen, einem guten Wort oder einer praktischen Tat geleistet werden. Der Islam lehrt, dass auch kleine Hilfen wertvoll sind, wenn sie aufrichtig und erlaubt sind. Dabei soll ein Muslim schwache, bedürftige und belastete Menschen mit Respekt behandeln und sie nicht beschämen. Wer helfen kann, soll nicht warten, bis er darum gebeten wird, sobald er die Not klar erkennt. Hilfsbereitschaft soll ohne Prahlerei, ohne Herabsetzung und ohne Erwartung von Dank geschehen.
Ein Muslim darf niemandem bei Sünde, Unrecht oder Schaden helfen. Wahre Solidarität bedeutet, das Gute zu unterstützen und das Schlechte nicht zu stärken. Ein Muslim soll sich für andere wünschen, dass ihre Lage besser wird, und nach seinen Möglichkeiten dazu beitragen. Dadurch wird die Gemeinschaft stärker, wenn ihre Mitglieder einander helfen, trösten und schützen. Hilfsbereitschaft zeigt sich im Alltag vor allem darin, Lasten zu erleichtern, Probleme mitzulösen und Menschen nicht allein zu lassen.
Und jene, die vor ihnen in der Behausung (des Islam) wohnten und im Glauben heimisch geworden sind, lieben jene, die bei ihnen Zuflucht suchten, und hegen in sich kein Verlangen nach dem, was ihnen gegeben wurde, sondern sehen (die Flüchtlinge gern) vor ihnen selbst bevorzugt, auch wenn sie selbst in Dürftigkeit leben. Und wer vor seiner eigenen Habsucht bewahrt ist – das sind die Erfolgreichen.
Koran Sure 59, Vers 9
