Der Haddsch ist eine Pflicht für jeden Muslim, der erwachsen, geistig zurechnungsfähig und körperlich sowie finanziell dazu in der Lage ist. Diese Pflicht muss nur einmal im Leben erfüllt werden, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Wer zum Haddsch verpflichtet ist, soll ihn nicht ohne gültigen Grund unnötig aufschieben. Er findet nur an bestimmten Tagen im Monat Dhu l-Hiddscha statt und wird in Mekka sowie an den festgelegten Orten der Pilgerfahrt durchgeführt. Der Haddsch beginnt mit dem Ihram, also mit der Absicht für die Pilgerfahrt und dem Eintritt des Pilgers in einen besonderen Zustand. Während des Ihram muss der Pilger bestimmte Dinge meiden, zum Beispiel Streit, schlechtes Benehmen und die besonderen Verbote des Ihram.
Zu den wichtigsten Handlungen des Haddsch gehört das Stehen in Arafat, denn ohne diese Handlung ist der Haddsch nicht gültig. Dazu gehören auch der Tawaf, also das Umkreisen der Kaaba, und das Gehen zwischen Safa und Marwa. Der Pilger hält sich außerdem zu bestimmten Zeiten in Mina und Muzdalifa auf und verrichtet dort die vorgeschriebenen Handlungen des Haddsch. Auch das Werfen der Steinchen gehört dazu. Es erinnert den Pilger daran, dem Bösen zu widerstehen. Am Ende bestimmter Handlungen rasiert oder kürzt der Pilger sein Haar. Dadurch verlässt er schrittweise den Zustand des Ihram.
Der Haddsch erzieht den Muslim zu Geduld, Gehorsam, Demut und guter Selbstbeherrschung. Beim Haddsch stehen Muslime aus vielen Ländern gemeinsam vor Allah. Dadurch zeigen sie, dass vor Allah nicht Herkunft, Sprache oder Reichtum zählen. Ein angenommener Haddsch zeigt sich auch danach darin, dass der Muslim Allah besser gehorcht und Sünden konsequenter meidet.
In ihm sind deutliche Zeichen – die Stätte Abrahams. Und wer es betritt, ist sicher. Und der Menschen Pflicht gegenüber Allah ist die Pilgerfahrt zum Hause, wer da den Weg zu ihm machen kann. Wer aber ungläubig ist – wahrlich, Allah ist nicht auf die Welten angewiesen.
Koran Sure 3, Vers 97
