Gerechtigkeit ist im Islam eine Pflicht, weil Allah sie befiehlt und liebt. Sie bedeutet, jedem sein Recht zu geben und niemandem etwas wegzunehmen, das ihm zusteht. Ein Muslim soll gerecht sein, auch wenn die Wahrheit gegen ihn selbst, seine Familie oder seine Freunde spricht. Das gilt auch gegenüber Menschen, die er nicht mag. Gerechtigkeit darf nicht von Liebe, Hass, Herkunft, Geld oder Ansehen abhängen.
Wer über eine Sache urteilt, soll zuerst die Wahrheit suchen und nicht nach Gefühl entscheiden. Wer etwas bezeugt, soll ehrlich sagen, was wirklich passiert ist. Dazu gehört auch, beide Seiten anzuhören, bevor man eine Entscheidung trifft. Ein Muslim soll niemanden bevorzugen, nur weil diese Person ihm nahesteht.
Gerechtigkeit bedeutet nicht immer, jedem das Gleiche zu geben. Vielmehr bedeutet sie, jedem das zu geben, was ihm zusteht. Ein Muslim soll in seinen Worten, Entscheidungen und seinem Verhalten fair bleiben. Gerechtigkeit schützt Menschen davor, dass Starke die Schwachen übergehen. Wer gerecht handelt, zeigt Gehorsam gegenüber Allah und verhält sich gut gegenüber den Menschen. Gerechtigkeit gehört zu den Eigenschaften, die das Zusammenleben sicher, ruhig und vertrauensvoll machen.
O ihr, die ihr glaubt, seid auf der Hut bei der Wahrnehmung der Gerechtigkeit und seid Zeugen für Allah, auch dann, wenn es gegen euch selbst oder gegen Eltern und Verwandte geht. Ob der eine reich oder arm ist, so ist Allah beiden näher; darum folgt nicht der persönlichen Neigung, auf dass ihr gerecht handeln könnt. Und wenn ihr aber (die Wahrheit) verdreht oder euch von (der Wahrheit) abwendet, so ist Allah eures Tuns kundig.
Koran Sure 4, Vers 135
