Gastfreundschaft ist im Islam eine gute Tat und etwas, das Allah liebt. Ein Muslim soll seinen Gast freundlich empfangen und ihm mit Respekt begegnen. Der Prophet Muhammad lehrte, dass ein Mensch, der an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, seinen Gast ehren soll. Einen Gast zu ehren bedeutet, ihn nicht kalt, abweisend oder achtlos zu behandeln. Der Gastgeber soll dem Gast so gut er kann Essen, Trinken, einen guten Platz und freundliche Worte anbieten. Dabei soll er sich um seinen Gast bemühen, aber sich selbst oder seine Familie nicht unnötig überfordern.
Gastfreundschaft soll aufrichtig sein und nicht dazu dienen, dass Menschen einen loben. Ein Gast hat ein Recht auf gute Behandlung, auch wenn der Gastgeber nur wenig besitzt. Darum soll der Gastgeber den Gast nicht beschämen, wenn er ihm nur etwas Einfaches anbieten kann. Umgekehrt soll der Gast dankbar sein, das Angebotene nicht verachten und den Gastgeber nicht unnötig belasten. Er soll die Erlaubnis des Gastgebers, seine Zeit, seine Privatsphäre und die Regeln des Hauses respektieren.
Gastfreundschaft stärkt Liebe, Vertrauen und gute Beziehungen zwischen Menschen. Wer Gäste gut behandelt, zeigt gutes Benehmen und lebt einen wichtigen islamischen Charakterzug. Ein Muslim soll dabei weder geizig noch verschwenderisch sein, sondern seinen Gast ausgewogen und gut ehren. Gastfreundschaft ist deshalb nicht nur ein schöner Brauch, sondern eine Verantwortung, mit der man Allahs Zufriedenheit suchen kann.
Und es kamen Unsere Gesandten mit froher Botschaft zu Abraham. Sie sprachen: “Friede!” Er sagte: “Friede!” und es dauerte nicht lange, bis er ein gebratenes Kalb herbeibrachte.
Koran Sure 11, Vers 69
