Fasten bedeutet im Islam, sich von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang für Allah bewusst von allem fernzuhalten, was das Fasten bricht. Das Fasten im Monat Ramadan ist für jeden Muslim Pflicht, der erwachsen, zurechnungsfähig und dazu in der Lage ist. Wer fastet, muss die Absicht haben, diesen Gottesdienst für Allah zu verrichten. Während des Fastens darf man absichtlich nichts essen, nichts trinken und auch keinen ehelichen Geschlechtsverkehr haben. Das Fasten beginnt mit der wahren Morgendämmerung und endet mit dem Sonnenuntergang.
Wer absichtlich etwas tut, das das Fasten bricht, muss diesen Fastentag nachholen. Kranke Menschen und Reisende dürfen das Fasten aussetzen, wenn sie dafür einen islamisch gültigen Grund haben. Die verpassten Tage holen sie später nach. Frauen fasten während der Menstruation und der Wochenbettblutung nicht. Diese Tage holen sie später nach. Wer dauerhaft nicht fasten kann, zum Beispiel wegen hohen Alters oder einer dauerhaften Krankheit, versorgt für die verpassten Tage Bedürftige mit Essen.
Das Fasten bedeutet nicht nur körperlichen Verzicht. Es ist auch eine Übung: Man soll seine Zunge, seine Augen und sein Verhalten vor Sünden schützen. Lügen, Beleidigungen, Streit und schlechtes Verhalten passen nicht zum Fasten und mindern seinen Wert. Das Suhur, also die Mahlzeit vor der Morgendämmerung, ist empfohlen und hilft fastenden Menschen, den Tag besser zu schaffen. Auch das Fastenbrechen direkt nach Sonnenuntergang ist empfohlen und soll nicht unnötig hinausgezögert werden. Das Ziel des Fastens ist, Allah zu gehorchen, sich selbst zu beherrschen und ein gottesbewusstes Herz zu entwickeln.
O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren. Vielleicht werdet ihr (Allah) fürchten.
Koran Sure 2, Vers 183
