Faschismus ist eine politische Ideologie. Sie stellt einen starken Staat, blinden Gehorsam, Gewalt gegen Gegner und die Macht eines Führers über Recht und Barmherzigkeit. Der Islam lehnt das ab, weil kein Mensch, keine Partei und kein Staat über Allahs Gebote gestellt werden darf. Im Islam gilt vielmehr: Macht muss an Gerechtigkeit, Verantwortung und Rechenschaft gebunden sein. Der Faschismus macht Menschen durch Angst und Zwang gehorsam. Der Islam verlangt dagegen Gehorsam gegenüber Allah und dem Guten. Im Islam darf ein Herrscher oder Anführer nicht verehrt, vergöttert oder so behandelt werden, als könne er keine Fehler machen. Der Islam verbietet Unterdrückung, auch wenn sie im Namen von Ordnung, Sicherheit oder Stärke geschieht.
Faschismus teilt Menschen oft in wertvolle und weniger wertvolle Gruppen ein. Dagegen schützt der Islam die Würde des Menschen. Der Islam beurteilt Menschen nicht nach Macht, Herkunft oder politischer Zugehörigkeit, sondern nach Gottesfurcht, also Achtung vor Allah, und gutem und richtigem Handeln. Faschismus führt dazu, dass Wahrheit verschwiegen und Kritik bekämpft wird. Der Islam fordert dagegen Ehrlichkeit und das Benennen von Unrecht. Der Islam erlaubt nicht, dass Menschen eingeschüchtert, verfolgt oder entrechtet werden, nur weil sie eine andere Meinung haben. Faschismus kann Familien, Gesellschaften und ganze Länder zerstören, weil er Hass, Angst und Gewalt normal erscheinen lässt. Der Islam lehrt stattdessen, dass Stärke nicht bedeutet, andere zu brechen, sondern sich selbst zu beherrschen und gerecht zu handeln.
Ein Muslim darf Unterdrückung nicht für gut halten, auch wenn sie von einer mächtigen Regierung oder einer großen Bewegung kommt. Die bessere islamische Antwort auf Chaos und Unrecht ist nicht Faschismus, sondern Gerechtigkeit, Gottesfurcht, Beratung, Verantwortung und der Schutz der Schwachen. Darum soll sich ein Muslim von Bewegungen fernhalten, die Menschen zu blindem Gehorsam, Hass, Gewalt und Unterdrückung aufrufen.
O ihr, die ihr glaubt! Setzt euch für Allah ein und seid Zeugen der Gerechtigkeit. Und der Hass gegen eine Gruppe soll euch nicht (dazu) verleiten, anders als gerecht zu handeln. Seid gerecht, das ist der Gottesfurcht näher. Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah ist eures Tuns kundig.
Koran Sure 5, Vers 8
