Dawa (also die Einladung zum Islam) kann auch von einem einzelnen Muslim geleistet werden, doch eine größere Dawa-Arbeit gelingt oft besser durch Zusammenarbeit. Der Prophet Muhammad ﷺ lehrte den Islam nicht allein, sondern baute mit seinen Gefährten, also seinen nahen Begleitern, eine starke Gemeinschaft auf. Die Gefährten halfen einander beim Lernen, Lehren, Ermahnen und Standhaftbleiben. Daran sieht man: Gemeinsame Dawa-Arbeit bedeutet, dass Muslime ihre Kräfte für den Dienst am Islam bündeln und gemeinsam einsetzen.
In einer Gruppe kann einer mit Wissen helfen, ein anderer mit Geduld, wieder ein anderer mit klarer Sprache und ein weiterer mit Organisation. Kein Mensch kann alle Aufgaben der Dawa allein übernehmen, weil jeder Mensch Grenzen, Schwächen und eigene Stärken hat. Eine Gruppe hilft außerdem dabei, Fehler schneller zu erkennen und die Dawa mit mehr Wissen und Vorsicht zu führen. Sie schützt auch davor, dass die Arbeit nur von Gefühlen, Eile oder einzelnen Meinungen abhängt.
Gemeinsame Dawa-Arbeit macht es außerdem leichter, Menschen regelmäßig zu unterrichten, zu begleiten und bei ihren Fragen zu unterstützen. Eine Gruppe stärkt die Dawa, weil die Mitglieder sich gegenseitig an die Aufgabe erinnern, beraten und ermutigen können. Wenn ein Einzelner müde oder schwach wird, können andere ihn unterstützen und die Arbeit weiterführen. Eine gute Ordnung in der Gruppe hilft dabei, Aufgaben klar zu verteilen, damit die Dawa nicht chaotisch wird.
Dawa in der Gruppe darf jedoch nicht auf Stolz, Streit oder blindem Festhalten an der eigenen Gruppe beruhen, sondern muss Allah gefallen und dem Islam dienen. Die gemeinsame Arbeit ersetzt aber nicht die persönliche Verantwortung jedes Muslims vor Allah. Wer dem Weg des Propheten ﷺ in der Dawa folgen will, sollte verstehen, wie wichtig Zusammenarbeit, Wissen, Geduld und gegenseitige Erinnerung sind.
… Und helft einander in Rechtschaffenheit und Frömmigkeit; doch helft einander nicht in Sünde und Übertretung. …
Koran Sure 5, Vers 2
