Bescheidenheit bedeutet, dass der Mensch erkennt, dass alles Gute von Allah kommt und dass er ohne Allah schwach und bedürftig ist. Demut bedeutet darüber hinaus, sich Allah zu unterwerfen und Seine Wahrheit nicht aus Stolz abzulehnen. Ein Muslim darf sich nicht für besser halten als andere Menschen, nur weil er mehr Wissen, Geld, eine bestimmte Herkunft, Ansehen oder Stärke besitzt. Wer demütig ist, nimmt guten Rat und die Wahrheit an, auch wenn beides von jemandem kommt, der jünger, ärmer oder schwächer ist. Bescheidenheit zeigt sich auch darin, dass man andere Menschen nicht klein macht und sie nicht verächtlich behandelt.
Der Prophet Muhammad war der beste Mensch. Trotzdem war er einfach, nahbar und demütig im Umgang mit den Menschen. Ein Muslim soll sich nicht selbst loben, nicht prahlen und nicht ständig die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Wahre Größe liegt im Islam nicht darin, über anderen Menschen zu stehen, sondern Allah zu gehorchen und den Menschen mit Respekt zu begegnen. Wer bescheiden ist, hört anderen aufmerksam zu und glaubt nicht, immer alles besser zu wissen. Demut hilft dem Muslim, eigene Fehler zu erkennen und sich zu verbessern. Ein demütiger Mensch entschuldigt sich, wenn er Unrecht getan hat, und sieht eine Entschuldigung nicht als etwas, das ihn klein macht.
Bescheidenheit bedeutet außerdem nicht, dass man sich wertlos fühlt, sondern dass man sich selbst richtig einordnet und Allahs Gaben nicht zum Grund für Stolz macht. Wer sich für Allah bescheiden verhält, wird bei Allah erhöht, auch wenn er bei den Menschen nicht nach Ruhm sucht. Demut schützt das Herz davor, hart, überheblich und blind für die eigenen Schwächen zu werden. Ein Muslim soll in seinen Worten, seinem Verhalten und seinem Auftreten einfach und würdevoll bleiben, ohne Angeberei und ohne sich über andere zu stellen.
Und weise den Menschen nicht verächtlich deine Wange und schreite nicht ausgelassen (in Übermut) auf Erden; denn Allah liebt keine eingebildeten Prahler.
Koran Sure 31, Vers 18
