Der Islam gibt dem Nachbarn einen hohen Rang und macht den guten Umgang mit ihm zu einem Teil des Glaubens. Deshalb gehört es für einen Muslim nicht nur zum guten Benehmen, sondern auch zu seinem Glauben, den Nachbarn zu ehren und gut zu behandeln. Allah liebt es, wenn ein Muslim seinem Nachbarn Gutes tut und ihm keinen Schaden zufügt. Der Prophet Muhammad lehrte außerdem, dass der Engel Gabriel ihn so oft an den Nachbarn erinnerte, dass er dachte, der Nachbar könne sogar ein Recht bekommen, zu erben.
Ein Muslim darf seinem Nachbarn weder mit Worten noch mit Taten Schaden zufügen. Das bedeutet auch, dass der Nachbar sich vor der Zunge, also vor verletzenden Worten, und vor der Hand, also vor schädlichen Taten, und dem schlechten Verhalten seines Nachbarn sicher fühlen soll. Zum guten Umgang gehört deshalb, ihn freundlich zu grüßen, ihm mit Respekt zu begegnen und ihn nicht durch Lärm, Streit, Schmutz oder schlechtes Verhalten zu belasten. Ebenso gehört dazu, die Privatsphäre des Nachbarn zu achten und sich nicht in seine persönlichen Angelegenheiten einzumischen.
Ein Muslim soll seinem Nachbarn außerdem helfen, wenn dieser Hilfe braucht. Er soll nicht wegsehen, wenn es dem Nachbarn schlecht geht. Es ist auch gut, dem Nachbarn etwas zu schenken oder Essen mit ihm zu teilen, besonders wenn dadurch Liebe und Nähe entstehen. Mit den Fehlern des Nachbarn soll ein Muslim geduldig umgehen, solange dadurch kein klares Unrecht unterstützt wird. Auch bei Streit soll er gerecht, ruhig und versöhnlich handeln.
Diese gute Behandlung gilt nicht nur für muslimische Nachbarn, sondern auch für nichtmuslimische Nachbarn. Denn wer wirklich an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll seinen Nachbarn ehren und gut behandeln.
Und dient Allah und setzt Ihm nichts zur Seite; und seid gut zu den Eltern und zu den Verwandten, den Waisen, den Armen, dem Nachbar, sei er verwandt oder aus der Fremde, dem Begleiter an der Seite, dem Sohn des Weges und zu dem (Sklaven), den ihr von Rechts wegen besitzt. Seht, Allah liebt nicht den Hochmütigen, den Prahler, …
Koran Sure 4, Vers 36
