Ikhlās bedeutet, dass ein Muslim eine gute Tat nur für Allah tut und nicht, um Lob, Ansehen oder Vorteile bei den Menschen zu bekommen. Darum achtet er nicht zuerst darauf, was Menschen über ihn denken, sondern darauf, ob Allah mit ihm zufrieden ist. Denn Allah kennt die Absicht im Herzen, auch wenn kein Mensch sie sehen kann. Eine Tat wird bei Allah wertvoll, wenn sie mit ehrlicher Absicht getan wird. Deshalb kann auch eine kleine gute Tat sehr groß sein, wenn sie aufrichtig für Allah getan wird. Auch eine große Tat kann dagegen ihren Wert verlieren, wenn man sie nur tut, damit Menschen einen bewundern.
Ein Muslim achtet deshalb vor, während und nach einer guten Tat auf sein Herz. Vor der Tat prüft er, warum er sie tun möchte. Während der Tat passt er auf, dass sein Herz nicht nach Lob oder Aufmerksamkeit sucht. Nach der Tat achtet er darauf, nicht stolz damit anzugeben. Aufrichtigkeit zeigt sich darin, dass man auch im Verborgenen genauso ehrlich vor Allah ist wie vor den Menschen. Wer aufrichtig ist, sucht zuerst Allahs Zufriedenheit und nicht den Beifall der Menschen.
Ikhlās hilft dem Menschen, ruhig zu bleiben, auch wenn niemand seine gute Tat sieht oder lobt. Aufrichtigkeit schützt das Herz außerdem davor, gute Taten zu nutzen, um Ruhm, Anerkennung oder einen guten Eindruck bei anderen zu bekommen. Ein aufrichtiger Muslim freut sich über das Gute selbst und nicht darüber, dass die Menschen es bemerken. Weil sich die Absicht im Herzen verändern kann, braucht Ikhlās eine ständige Selbstprüfung. Darum bittet der Muslim Allah immer wieder darum, sein Herz ehrlich zu machen und seine guten Taten anzunehmen.
Und doch war ihnen nichts anderes befohlen worden, als Allah treu in lauterem Glauben zu dienen und das Gebet zu verrichten und die Zakah zu entrichten. Und das ist die Religion der Geradlinigkeit.
Koran Sure 98, Vers 5
